23. November 2025 - Hl. Geist - Dürrbachau: Nach dem festlichen Gottesdienst zum Christkönig verwandelte sich der Pfarrsaal der Heilig-Geist-Kirche in Würzburg in einen Ort der Begegnung. Die äthiopische Gemeinde, die hier seit über zwölf Jahren Gottesdienste feiert, lud zu einem vielfältigen und leckeren Mittagessen ein – ein lebendiges Zeichen gelebter Integration.
Pfarrer Gebremariam Mulualem erinnerte an die Anfänge: „Als wir vor über zwölf Jahren als Geflüchtete nach Deutschland kamen, war vieles ungewiss. Unser Glaube hat uns getragen – die Heilig-Geist-Kirche ist für uns zu einem Ort vieler schöner Erinnerungen geworden.“
Ein Höhepunkt war der Kurzvortrag von Apl. Prof. Dr. Petro Müller, Ökumenebeauftragter der Diözese Würzburg, über die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche. Sie gehört zur orientalisch-orthodoxen Tradition, zählt weltweit über 50 Millionen Gläubige und pflegt seit dem 4. Jahrhundert eine monastische und liturgische Praxis. „Tewahedo“ („Gemacht in Eins“) verweist auf die Einheit der beiden Naturen Christi. Die Gottesdienste sind reich an Ritualen, Gesängen, Kerzen, Weihrauch und symbolischen Bewegungen; die Eucharistie wird auf einem Tabot, einer Kopie der Bundeslade, gefeiert. Zahlreiche Feste und Fastenzeiten prägen das kirchliche Leben. Die Gäste konnten Prof. Dr. Müller viele Fragen stellen, die er gemeinsam mit Pfarrer Mulualem fachkundig beantwortete.
Bei äthiopischem Essen, deutschem Kaffee und Torte erlebten die Besucher Gemeinschaft und kulturelle Vielfalt. Dank des Engagements der Gemeindemitglieder und der Unterstützung des Pfarrteams wurde das Fest zu einem sichtbaren Zeichen des Zusammenhalts.
Pfarrer Mulualem betonte: „Unser Ziel ist, die Kirche nicht nur als Gottesdienstraum zu erhalten, sondern zu einem Begegnungs- und Integrationsort für alle zu machen.“ Pfarrer Christian Nowak ergänzte: „Wir sind dankbar, dass die äthiopisch-orthodoxe Gemeinde die Heilig-Geist-Kirche als lebendiges Gotteshaus weiterführt. Das Christkönigsfest schenkt Hoffnung und zeigt die verbindende Kraft des Glaubens.“
Martina Zentgraf
