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Abschied in Hl. Geist

Dürrbachau
Ein Tag voller Dankbarkeit und Hoffnung

Würzburg-Dürrbachau, 23. November 2025 – Das Hochfest Christkönig wurde für die Pfarrkirche Heilig Geist zu einem Tag voller Emotionen: Abschied vom vertrauten Kreuzweg, Dank für viele Jahre gelebten Glaubens und Hoffnung auf neue Wege. Die bewegende Messfeier mündete in ein Begegnungsfest mit der äthiopischen Gemeinde, die hier seit über zwölf Jahren ihre geistliche Heimat hat.

Ein Gottesdienst, der Geschichte schreibt

Die Feier war nicht nur ein liturgischer Höhepunkt, sondern auch ein symbolischer Schritt: Die katholische Pfarrkirche Heilig Geist wird künftig von der äthiopisch-orthodoxen Gemeinde genutzt. Pfarrer Christian Nowak, der katholische Pfarrer von Heilig Geist, hat diesen Abschiedsweg vorbereitet und begleitet diesen geistlich. Von ihm stammen die Texte des Gottesdienstes und die Ausführungen zum Kreuzweg – Worte, die die Gemeinde durch einen bewegenden Übergang führten. Mit großer Sensibilität machte er deutlich: Dieser Abschied ist kein Verlust, sondern ein Zeichen der Hoffnung und der gelebten Ökumene. Die Kirche bleibt ein Ort des Glaubens – offen für neue Gemeinschaften und Kulturen.

Der Kreuzweg von Carl Clobes – ein königlicher Weg

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand der Kreuzweg des Künstlers Carl Clobes, geschaffen 1960/61. Über Jahrzehnte prägte er die Kirche Heilig Geist und lädt dazu ein, den „königlichen Weg“ Jesu zu betrachten: einen Weg, der nicht in Triumph, sondern in Hingabe, Leid und Liebe besteht.
Die Ausführungen von Pfarrer Nowak führten die Gemeinde tief in die Botschaft des Hochfestes hinein: Christus ist König – nicht in weltlicher Macht, sondern in der Liebe, die bis zum Äußersten geht. Der Thron dieses Königs ist das Kreuz, seine Krone eine Dornenkrone, sein Zepter die durchbohrten Hände.

Musik, die Herzen berührt

Die Liturgie wurde festlich umrahmt vom Projektchor St. Josef Oberdürrbach unter der Leitung von Christine Böhm. Mit der Kantate von Dietrich Buxtehude „Nichts soll uns scheiden von der Liebe Gottes“ erklang eine Botschaft, die den Kern des Tages unterstreicht: Gottes Liebe ist stärker als jede Grenze.

Begegnung der Kulturen – ein Fest der Dankbarkeit

Nach der Messe öffnete sich der Pfarrsaal für ein Begegnungsfest. Die äthiopische Gemeinde, die seit über zwölf Jahren in der Heilig-Geist-Kirche Gottesdienste feiert, lud gemeinsam mit der Pfarrgemeinde zu einem festlichen Mittagessen ein.
Pfarrer Gebremariam Mulualem sprach bewegende Worte:
„Als wir vor über zwölf Jahren als Geflüchtete nach Deutschland kamen, war vieles ungewiss. Unser Glaube hat uns getragen – und er begleitet uns bis heute. Die Heilig-Geist-Kirche ist für uns zu einem Ort geworden, mit dem wir viele gute Erinnerungen verbinden.“

Impulse für die Zukunft

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der Vortrag von Prof. Dr. Petro Müller, Ökumenereferent der Diözese Würzburg, zum Thema: „Glaube, Geschichte und Liturgie der äthiopisch-orthodoxen Kirche“. Bei deutschem Kaffee und äthiopischer Torte wurde nicht nur Wissen geteilt, sondern auch Gemeinschaft gelebt.
Pfarrer Mulualem schloss mit einem hoffnungsvollen Ausblick: „Unser Ziel ist es, diesen besonderen Ort nicht nur als Raum für Gottesdienste zu bewahren, sondern ihn auch zu einem Begegnungs- und Integrationsort zu machen – für alle Mitglieder unserer Gemeinde sowie für diejenigen, die neu hinzukommen.“

Der Abschiedsweg – geistlich begleitet

Die Gestaltung des Gottesdienstes und die Impulse von Pfarrer Christian Nowak machten deutlich: Das Christkönigsfest ist kein Endpunkt, sondern ein Übergang. Mit seiner Begleitung wurde der Abschied zu einem geistlichen Weg, der Hoffnung schenkt. Der Kreuzweg endet nicht im Tod, sondern weist über ihn hinaus – in die Auferstehung, in die Zusage, dass Gottes Liebe stärker ist als jede Endlichkeit.
Das Kreuz, einst ein Instrument der Hinrichtung, wird zum Zeichen der Hoffnung. Nichts, so sagt Paulus, „kann uns scheiden von der Liebe Gottes“.